DUS: Anzahl der Nachtlandungen spürbar reduziert…

Immer mehr Nachtlandungen

Düsseldorf. Unklar ist bei Flughafen und Land, was wirklich Nachtflüge sind.

Eigentlich sollte für Anwohner unter den Abflugrouten des Flughafens nach 22 Uhr und unter der Anflugroute nach 23 Uhr Ruhe herrschen mit gelegentlichen Ausnahmen bis 24 Uhr unter der Anflugroute. Nach Angaben des NRW-Verkehrsministeriums gab es am Flughafen Düsseldorf im Jahr 2016 aber diverse Verspätungsflüge, wie eine Anfrage der Grünen im Landtag ergab. In den Monaten Mai, Juni und Juli sind jede Nacht im Schnitt neun Maschinen nach 23 Uhr in Düsseldorf gelandet, obwohl dies nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Dazu starteten 100 Flugzeuge nach dem eigentlichen Startverbot um 22 Uhr.

Die Landesregierung erklärt die Nachtflüge mit verschiedenen Ursachen. Genannt wurden „verlängerte Wartezeiten durch Personalengpässe bei den Sicherheitskontrollstellen mit nachfolgend verzögerten Abflügen, Personal- und Besatzungsengpässe bei Luftfahrtgesellschaften, Sommergewitter und Verzögerungen im Zusammenhang mit Abfertigungsproblemen an einem anderen deutschen Flughafen.“ Der Flughafen dementiert die gestiegenen Zahlen und zeigt eigene Statistiken. Die Anzahl der Nachtlandungen am Düsseldorfer Flughafen habe sich in den ersten acht Monaten des Jahres spürbar reduziert. Obwohl die Zahl der gesamten Flugbewegungen in den Monaten Januar bis August um sechs Prozent auf 144.388 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat, sank die Anzahl der nächtlichen Landungen zwischen 23 und 6 Uhr im selben Zeitraum um neun Prozent auf 1261.

(tb)

 

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/immer-mehr-nachtlandungen-aid-1.7113778

Thorsten Breitkopf

Initiativen gegen Fluglärm hoffen auf einen Dialog mit Verkehrsminister Wüst

Die Initiativen gegen Fluglärm im Umkreis der Landeshauptstadt Düsseldorf vertreten die Interessen von mehr als 40.000 Menschen in dieser Region. Über 1600 Einwendungen gegen die Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf kamen aus dem Osten von Mönchengladbach. Die Initiative Gegen Fluglärm MG-Ost, hofft nun, dass die neue Landesregierung der Kapazitätserweiterung widerspricht und der Flughafengesellschaft keine Genehmigung dafür erteilt.

Aus den Koalitionsvereinbarungen zwischen CDU und FDP können unterschiedliche Schlüsse gezogen werden. Die Initiativen bitten nun in einem Schreiben an den neuen Verkehrsminister Wüst um einen konstruktiven Dialog und um einen Gesprächstermin, um die anstehenden Fragen aus dem Koalitionsvertrag zu klären. Außerdem wollen sie die Anliegen der Fluglärmgegner persönlich deutlich vortragen.

Aus dem Koalitionspapier kann einerseits entnommen werden, dass die Regionalflughäfen in Weeze, Dortmund und Osnabrück gestärkt werden sollen, andererseits will sich aber die Regierung auch für die Abschaffung der Luftverkehrssteuer einsetzen und somit noch mehr Luftverkehr ermöglichen. Eine Ablehnung der Kapazitätserweiterung geht aus diesen Vereinbarungen nicht hervor. Daher brauchen wir Klarheiten seitens der Landesregierung zum Thema Kapazitätserweiterung und vor allem über die Reduzierung von Lärm und Schadstoffen über unseren Häuser, so Hajo Siemes, Sprecher der Initiative Gegen Fluglärm MG-Ost.

Rückenwind bekommen nun die Initiativen von einer Novelle des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die im Juli im Bundestag beschlossen wurde. Damit werden endlich die europäischen Vorgaben im deutschen Gesetzt angepasst und eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung zur Bedingung für Erweiterungen gemacht, fasst Hajo Siemes zusammen und geht davon aus, dass die neue Landesregierung dieses Gesetzt anwenden muss, da bisher von der Flughafengesellschaft Düsseldorf, diese umfassende UVP nicht vorgelegt wurde.

Presseerklärung